Im Zusammenhang mit der täglichen Wettervorhersage liest man immer wieder von Hoch- und Tiefdruckgebieten. Dabei handelt es sich um Gebiete mit entweder im Vergleich zur Umgebungsluft hohem Luftdruck (Hoch) oder Gebiete mit tieferen Luftdruck (Tief). Doch was genau ist denn überhaupt der Luftdruck?
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Der Luftdruck ist nicht anderes als das Gewicht einer Luftsäule über einem bestimmten Ort. Auch wenn wir Luft nicht sehen können, hat sie Masse und genau diese Masse übt durch die Schwerkraft einen Druck auf die Erdoberfläche aus. Man kann sich das gut wie einen unsichtbaren Ozean vorstellen, an dessen Grund wir leben. Über uns befinden sich mehrere Kilometer Luft, die nach unten drücken.
Gemessen wird der Luftdruck in Hektopascal (hPa). Auf Meereshöhe liegt der durchschnittliche Wert bei etwa 1013 hPa. Dieser Wert ist jedoch keineswegs konstant, sondern verändert sich ständig – und genau das macht ihn für die Wetterbeobachtung so wichtig. |
Die Ursache für den Luftdruck liegt in der Schwerkraft der Erde. Sie zieht die Luftmoleküle nach unten, wodurch die Luft in Bodennähe dichter ist als in größeren Höhen. Je höher man steigt, desto weniger Luft befindet sich über einem – und entsprechend sinkt auch der Druck. In etwa 5.500 Metern Höhe beträgt er nur noch ungefähr die Hälfte des Wertes am Boden.
Hochdruck- und Tiefdruckgebiete
In der Atmosphäre ist der Luftdruck räumlich unterschiedlich verteilt. Diese Unterschiede entstehen vor allem durch Temperaturunterschiede. Warme Luft dehnt sich aus, wird leichter und steigt auf – dabei entsteht am Boden ein Bereich mit niedrigerem Luftdruck, ein sogenanntes Tiefdruckgebiet. Kalte Luft hingegen ist dichter und sinkt ab, wodurch sich am Boden ein Hochdruckgebiet bildet.
Diese Druckunterschiede sind der Motor für das Wettergeschehen. In einem Hochdruckgebiet sinkt die Luft langsam ab. Dabei erwärmt sie sich und Wolken lösen sich häufig auf – es stellt sich oft ruhiges, sonniges Wetter ein. Im Winter kann sich allerdings auch Nebel oder Hochnebel halten. In einem Tiefdruckgebiet geschieht das Gegenteil: Luft steigt auf, kühlt dabei ab und Wasserdampf kondensiert zu Wolken. Das führt häufig zu Niederschlag und wechselhaftem Wetter.
Der Wind steht dabei in engem Zusammenhang mit dem Luftdruck. Die Atmosphäre ist stets bemüht, Unterschiede im Luftdruck auszugleichen – man kann sich das wie ein natürliches „Gleichgewichtssystem“ vorstellen. Luft strömt daher grundsätzlich von Bereichen höheren Drucks zu Bereichen niedrigeren Drucks. Je größer diese Druckunterschiede zwischen zwei Gebieten sind (man spricht auch vom Druckgradienten), desto stärker gerät die Luft in Bewegung. Große Druckgegensätze führen somit zu kräftigen bis stürmischen Winden, während bei geringen Unterschieden meist nur schwacher Wind entsteht.
Luftdruck messen – Messmethoden und Technik
Gemessen wird der Luftdruck mit einem Barometer. Moderne Wetterstationen und sogar viele Smartphones verfügen über entsprechende Sensoren. Um Messwerte vergleichen zu können, wird der Luftdruck in der Meteorologie meist auf Meereshöhe umgerechnet. Dies ist dann der so genannte "relative Luftdruck" – als absoluter Luftdruck bezeichnet man den Druck, welcher auf der tatsächlichen Stationshöhe gemessen wird. Durch die umrechnung auf Meereshöhe, lassen sich Hoch- und Tiefdruckgebiete unabhängig von der Geländeform erkennen.
Für die Wettervorhersage ist besonders wichtig, wie sich der Luftdruck verändert. Ein fallender Luftdruck deutet oft darauf hin, dass sich ein Tief nähert – das Wetter wird unbeständiger. Steigt der Luftdruck hingegen, setzt sich häufig ein Hoch durch, und das Wetter beruhigt sich.
Zusammengefasst
Der Luftdruck ist also weit mehr als nur eine Messgröße: Er ist ein zentraler Antrieb der Atmosphäre. Seine Unterschiede bringen die Luft in Bewegung, lassen Wolken entstehen oder verschwinden und bestimmen maßgeblich, ob wir Sonne oder Regen erleben. Wer den Luftdruck versteht, erkennt viele Wetterentwicklungen schon im Ansatz.

