Der Herbst ist die klassische Jahreszeit für Nebel und Hochnebel. Gerade im Oktober und November erleben wir immer wieder Tage, an denen sich die Sonne kaum oder überhaupt nicht zeigt. Während es in manchen Regionen schon am Vormittag auflockert, bleibt es andernorts bis zum Abend grau. Doch warum ist das so?
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Die Voraussetzungen für Nebel sind im Herbst häufig besonders günstig. Die Nächte werden länger, die Sonne steht zunehmend tiefer und der Boden kann bei klarem Himmel und schwachem Wind kräftig auskühlen. Dabei kühlt sich auch die bodennahe Luft ab. Erreicht sie ihren Taupunkt, kann der enthaltene Wasserdampf an winzigen Schwebeteilchen kondensieren. Es bilden sich kleine Wassertröpfchen, die als Nebel sichtbar werden.
Besonders häufig passiert das in Tälern und Senken, wo sich kalte Luft sammeln kann. Auch feuchte Böden begünstigen die Nebelbildung. In NRW kennen wir solche Situationen beispielsweise aus den Tälern der Eifel und des Sauerlandes.
Warum löst sich der Nebel manchmal nicht auf?
Normalerweise sorgt die Sonne im Laufe des Vormittags dafür, dass sich der Boden und anschließend die bodennahe Luft erwärmen. Dadurch kann sich der Nebel allmählich auflösen. Im Spätherbst reicht die Sonneneinstrahlung dafür allerdings nicht immer aus.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die sogenannte Temperaturinversion. Normalerweise nimmt die Temperatur in der Troposphäre mit zunehmender Höhe ab. Bei einer Inversion ist es innerhalb einer bestimmten Luftschicht genau umgekehrt: Über der kalten Luft am Boden liegt wärmere Luft.
Diese stabile Schichtung erschwert den vertikalen Luftaustausch. Feuchtigkeit und kalte Luft bleiben in den unteren Luftschichten eingeschlossen. Bildet sich daraus eine ausgedehnte Nebel- oder Hochnebeldecke, gelangt zudem nur wenig Sonnenstrahlung bis zum Boden. Die Erwärmung bleibt schwach und das Grau kann sich hartnäckig halten.
Dabei kann es durchaus vorkommen, dass auf den Höhen der Mittelgebirge die Sonne scheint, während die Täler weiterhin unter einer geschlossenen Nebeldecke liegen.
Der Unterschied zwischen Nebel und Hochnebel liegt übrigens hauptsächlich in der Höhe der Wolkenuntergrenze. Nebel liegt direkt am Boden auf und reduziert die Sichtweite auf weniger als einen Kilometer. Hochnebel dagegen ist eine tiefe, meist geschlossene Stratuswolke, deren Untergrenze sich oberhalb des Bodens befindet.
Ob sich die graue Decke auflöst, hängt letztlich von mehreren Faktoren ab. Neben der Sonneneinstrahlung spielen auch die Dicke der Nebelschicht, die Luftfeuchtigkeit und der Wind eine wichtige Rolle. Frischt der Wind auf und durchmischt die unteren Luftschichten, kann sich selbst hartnäckiger Hochnebel auflösen.