Der meteorologische Sommer 2026 ist Geschichte. Und wenn wir auf die drei Monate Juni, Juli und August zurückblicken, fällt die Bilanz für Nordrhein-Westfalen ziemlich deutlich aus: Es war außergewöhnlich warm, über weite Strecken trocken und ausgesprochen sonnig. Besonders der Juni und Juli sorgten dabei für einige bemerkenswerte Werte.
Nach der vorläufigen Sommerauswertung erreichte Nordrhein-Westfalen eine Mitteltemperatur von 19,5 °C. Gegenüber der international verwendeten Referenzperiode 1961 bis 1990 mit 16,3 °C ergibt sich damit eine Abweichung von 3,2 Grad. Der Sommer 2026 bewegte sich damit auf dem Temperaturniveau des bisherigen Rekordsommers 2003.
Noch auffälliger war die Zahl der Hitzetage. Über die Landesfläche gemittelt kamen im Sommer rund 20 heiße Tage zusammen. Als heißer Tag gilt ein Tag mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 °C. Hinzu kamen rund fünf sehr heiße Tage, an denen mindestens 35 °C erreicht wurden. Beide Werte stellen für Nordrhein-Westfalen neue Höchststände dar.
Die große Hitze kam bereits im Juni
Den thermischen Höhepunkt des Sommers erlebten wir schon Ende Juni. In Tönisvorst wurden am 26. Juni 40,2 °C gemessen. Einen Tag später erreichte auch Weilerswist-Lommersum 40,2 °C. Damit wurde zugleich ein neuer Junirekord für Nordrhein-Westfalen aufgestellt.
Der Juni war insgesamt außergewöhnlich warm. In der seit 1881 geführten Temperaturreihe für Nordrhein-Westfalen war lediglich der Juni 2019 noch wärmer. Der Juni 2026 ordnet sich damit als zweitwärmster Juni seit Beginn dieser Reihe ein.
Ein einzelner Temperaturrekord erzählt allerdings nur einen kleinen Teil der Geschichte. Wesentlich aussagekräftiger für den gesamten Sommer ist die große Zahl heißer und sehr heißer Tage. Sie zeigt, dass hohe Temperaturen 2026 nicht nur punktuell auftraten.
Im Juli fehlte vor allem der Regen
Beim Niederschlag sticht besonders der Juli hervor. Mit landesweit gemittelt nur 18 Litern pro Quadratmeter war der Juli 2026 nach der vorläufigen Auswertung der trockenste Juli in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Messreihe im Jahr 1881. Der bisherige Tiefstwert stammte aus dem Jahr 2018 mit 26 Litern pro Quadratmeter.
Dabei gab es innerhalb von NRW deutliche Unterschiede. Ende Juli wurde ein Südwest-Nordost-Gefälle bei der Niederschlagsverteilung festgestellt. Am Niederrhein waren teilweise weniger als 10 Liter pro Quadratmeter gefallen, während in Ostwestfalen Werte zwischen 25 und 40 Litern pro Quadratmeter erreicht wurden.
Das zeigt ganz gut, warum Gebietsmittel mit etwas Vorsicht betrachtet werden müssen. Sie beschreiben Nordrhein-Westfalen als Ganzes und sagen nicht, wie viel Regen an einem bestimmten Ort gefallen ist. Gerade im Sommer können Schauer und Gewitter auf engem Raum erhebliche Unterschiede verursachen.
Auch über alle drei Sommermonate hinweg blieb der Niederschlag deutlich unter dem langjährigen Mittel. In der vorläufigen Bilanz wurden für Nordrhein-Westfalen rund 154 Liter pro Quadratmeter angegeben. Das entspricht etwa 64 Prozent des Mittels der Referenzperiode 1961 bis 1990 von 240 Litern pro Quadratmeter.
Deutlich mehr Sonnenschein als üblich
Zur warmen und trockenen Bilanz gesellte sich reichlich Sonnenschein. Für Nordrhein-Westfalen wurden in der vorläufigen Sommerauswertung etwa 728 Sonnenstunden ermittelt. Das Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 liegt bei 554 Stunden.
Damit lag die Sonnenscheindauer rund 31 Prozent über dem langjährigen Mittel. Nach der vorläufigen klimatologischen Einordnung dürfte der Sommer 2026 damit zu den zehn sonnigsten Sommern in Nordrhein-Westfalen seit Beginn der Sonnenscheinreihe im Jahr 1951 gehören.
Unterm Strich war der Sommer 2026 in NRW also in mehreren Punkten außergewöhnlich. Die vorläufige Bilanz weist eine Mitteltemperatur von 19,5 °C aus, die Zahl der heißen und sehr heißen Tage erreichte neue Höchststände und Ende Juni wurden zweimal 40,2 °C gemessen. Dazu kam mit dem Juli der trockenste Juli seit Beginn der Messreihe im Jahr 1881 und über den gesamten Sommer deutlich mehr Sonnenschein als im langjährigen Mittel.
Wichtig bleibt bei dieser Einordnung allerdings der Datenstand: Die Sommerbilanz basiert auf einer ersten Auswertung der Messdaten. Einige Gebietswerte und Ranglisten wurden deshalb ausdrücklich als vorläufig angegeben. Genau so sollten wir sie auch behandeln.
Viele Waldbrände durch lange Trockenheit
So außergewöhnlich wie der Sommer war, war auch die Anzahl an Waldbränden. Besonders in Erinnerung bleiben die verheerenden Brände im Hürtgenwald und im Hohen Venn, doch auch abseits davon mussten die Feuerwehren immer wieder zu Wald- und Vegetationsbränden ausrücken.
Die ausgeprägte Trockenheit schuf dabei vielerorts günstige Bedingungen für eine schnelle Ausbreitung von Feuer. Denn auch wenn Trockenheit selbst keinen Waldbrand entzündet, können ausgetrocknete Böden und Vegetation dafür sorgen, dass sich ein einmal entstandenes Feuer deutlich leichter ausbreitet.
Zusammengefasst kann man also sagen: Der Sommer 2026 war in vielerei Hinsicht eine große Herausforderung für Mensch und Natur.