Kaltfront mit vorlaufender Konvergenz sorgt für einen turbulenten Donnerstag: Böenlinie überquert Nordrhein-Westfalen.
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Wie im Wetterbericht heute früh bereits erwähnt, steht morgen unter Umständen eine brisante Wetterlage an. Eine Kaltfront schwenkt auf Nordrhein-Westfalen zu. An ihrer vorlaufenden Konvergenzlinie entwickelt sich nach aktueller Modellberechnung voraussichtlich eine markante, größtenteils trockene Böenlinie. Größtenteils trocken deshalb, weil weiterhin große Unsicherheiten hinsichtlich einer möglichen Gewitterbildung bestehen. Die Konvergenz zieht zunächst in eine sehr trockene Grenzschicht hinein. Erst in Richtung Ostwestfalen könnte sie auf eine etwas feuchtere Luftmasse treffen und dadurch die Entwicklung von Gewittern begünstigen. |
Nach aktuellem Stand simuliert insbesondere das ICON-D2-Modell die Entwicklung teils schwerer Gewitter, die sich etwa ab der Mitte Nordrhein-Westfalens zu einer Gewitterlinie organisieren und anschließend mit teils kräftigen Sturmböen über den Osten und Nordosten des Landes nach Niedersachsen ziehen. Gleichzeitig berechnet das ICON-D2 als einziges Modell auch die stärksten Sturmböen. Andere Wettermodelle, wie beispielsweise das amerikanische GFS, fallen in ihrer Einschätzung deutlich zurückhaltender aus.
Allerdings zeigt die Erfahrung, dass hochauflösende Lokalmodelle wie das ICON-D2 die Windentwicklung bei solchen Wetterlagen mitunter überschätzen. Ob es tatsächlich zu dieser "Extremlösung" kommt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt daher noch nicht sicher sagen.
Vor der Konvergenz kann sich die Luft morgen noch einmal auf hochsommerliche 34 bis 38 Grad aufheizen. Mit dem Durchzug der Böenlinie wird die heiße Luft jedoch rasch ausgeräumt, sodass die Temperaturen deutlich zurückgehen. Im Westen Nordrhein-Westfalens dürfte diese Abkühlung bereits am frühen Nachmittag einsetzen.
Die größte Gefahr geht einerseits von möglichen Schauern und Gewittern mit teils schweren Sturmböen aus. Andererseits besteht auch dann ein erhebliches Gefahrenpotenzial, wenn die Böenlinie trocken durchzieht und sich keine Gewitter entwickeln. Gerade in diesem Fall kann die Sturmfront sehr plötzlich und nahezu ohne Vorwarnung auftreten.
Ich behalte die Wetterlage für euch weiterhin genau im Blick und werde bei Bedarf ein entsprechendes Update veröffentlichen.

