Convective Outlook 24-07-2021

Ein Stufe 2 wurde ausgegeben wegen dem Risiko unwetterartiger Gewitter mit heftigem Starkregen ( 20 bis 40 mm / h teils mehr ), Hagel ( 2 bis 5 cm Korngrößen ), Sturmböen ( 70 bis 90 km/h ), Tornado nicht ausgeschlossen !

Ein Stufe 1 wurde ausgegeben wegen dem Risiko kräftiger Gewitter mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und steifen Böen bis 60 km/h.

Ein Stufe 0 wurde ausgegeben wegen der Gewitterwahrscheinlichkeit von 30 %

 

Deutschland ist heute zweigeteilt. Zum einen Hochdruckeinfluss im Osten und Nordosten sowie Norden und zunehmender Tiefdruckeinfluss im Westen, Südwesten und Süden. Dabei zeigt sich ein hochreichendes Tiefdruckgebiet. Durch dieses Tiefdrucksystem gelangt sehr warme aber auch feuchte instabile Luft nach Deutschland. Dabei formiert sich eine mögliche Konvergenz bevor dahinter ein Frontensystem aufzieht. In dieser zunehmend energiereiche Luftmasse können sich durch Hebungsimpulse Gewitter entwickeln die durchaus auch unwetterartig ausfallen können. Im Vorfeld des Tiefdrucksystems zeigt sich in der Höhe die Achse eines Höhenrückens.

Zwischen dem Höhentief und dem Höhenrücken wird positive Vorticity von Südwest nach Nordost transportiert. Diese positive Vorticity Advektion überlagert das Frontensystem und teilweise auch die Konvergenz. Dieses sorgt für dementsprechende Hebung der instabilen Luftmasse. Südlich und südöstlich des Höhentiefs zeigt sich eine kräftige Höhenströmung von bis zu 70 Knoten in 5 bis 6 km Höhe. Dieses Starkwindfeld verlagert sich noch etwas nach Norden und erfasst auch den Südwesten und Süden des Landes.

Am Sonntag findet sich das Höhentief über  dem englischen Kanal und das zugehörige Bodentief über der südlichen Nordsee. Dadurch sorgt eine weiterhin südwestlichen Strömung für Zufuhr feuchtwarmer instabiler Luftmassen.

Diskussion

Die genannte feuchtwarme Luft in der Gewittervorhersage zeigt sich gut bei den Taupunkten die im Westen und Südwesten am Nachmittag bei 17 bis 20 Grad liegen. Somit ist eine zunehmende Schwüle als wahrscheinlich anzusehen. Zudem zeigt sich wieder ein hoher Gehalt an atmosphärisches Niederschlagswassers von 30 bis 40 mm und somit zeigt sich das erhöhte Risiko für heftigen Starkregen.

Zudem zeigt sich in der Berechnung ein deutlicher Energiewert in Höhe von 800 bis 1600 j/kg ( Cape ) und eine niedrige convective Hemmung ( CIN ) von -10 bis -50 j/kg. Punktuell ist die convective Hemmung in bodennähe höher mit bis zu -100 J/kg. Die aber durch mögliche bodennahe Energiewerte von mehr als 1000 j/kg ohne Probleme überwunden werden kann.

Vor allem nach Südwesten und Süden hin zeigt sich auch eine erhöhte vertikale hochreichende Windscherung von bis zu 70 Knoten. Dieses deutet eine klare vertikale Windscherung in einem Bereich wo sich organisierte Konvektion wie z.B. Superzellen entwickeln können. Punktuell zeigt sich auch eine vertikale Bodenscherung von 10 bis 25 Knoten was dementsprechend durchaus Rotation auslösen kann. Zudem zeigt sich eine 0-3 km Helizity von 100 bis 300 m2/s2 punktuell auch darüber.

Diese vertikale Windscherung zeigt einen deutlichen Wert des Supercell Composit Parameter von 2 bis 10 was einem deutlich erhöhten Risiko für Superzellen entspricht. In dem Bereich dieser Werte zeigt sich zudem ein sehr hoher Wert des Energy Helizity Index von 0.8 bis 3 vor allem am Alpenrand. Zudem zeigt sich punktuell eine hohe Aufwindhelizity Index was ein Hinweis auf mögliche rotierende Aufwinde sein kann. Somit zeigt sich auch der signifikant Tornadoparameter erhöht.

Bewertung

Heute scheint sich ein erhöhtes Risiko für Schwergewitter abzuzeichnen.  Durch hohe Feuchtigkeit besteht wieder deutlich die Gefahr von heftigen Regenfällen und durch die mögliche vertikale Windscherung drohen im Südwesten und Süden mögliche Superzellen. Sogar eine mögliche Gewitterlinie wird gerechnet aber nicht von allen Modellen getragen. Die Modelle zeigen alle erhöhte Capewerte im Westen und Südwesten wie auch im Süden. Allerdings werden unterschiedliche Werte gerechnet. Da Cape ein nicht zuverlässiger Vorhersageparameter ist kann man dieses aber vernachlässigen. Zudem zeigen sich in allen Modellen eine deutliche potentielle Instabilität.

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